Gin – ein Edeldestillat und seine Geschichte

Gin – ein Edeldestillat und seine Geschichte

Alkohol ist ein Genussmittel und nicht nur zum bloßen Betrinken auf irgendwelchen Partys gedacht. Ein guter Alkohol, wie ein Gin, sagt auch viel über eine Person aus, denn teurer und hochwertiger Alkohol, lässt auf einen gewissen Wohlstand und auf einen guten Geschmack schließen. Allerdings war dies nicht immer so. Es gab auch eine sehr lange Zeit, in der Gin sehr günstig war und kein Genussmittel mehr war, sondern viel mehr ein Konsumgegenstand war, wie es auch Wasser war.

Allerdings ist guter Gin inzwischen wieder preislich gestiegen, was auch für die Qualität und den außergewöhnlichen und einzigartigen Geschmack steht. Gin ist inzwischen ein Statement geworden, welches nicht zu unterschätzen ist und eigentlich gehört dieser gute Alkohol in jede Bar und zu jedem Abend!

In diesem Artikel soll es um die Geschichte des Gins gehen und vor allem soll auf den Gin Tonic eingegangen werden – einen Longdrink, der nicht nur eine spannende Geschichte hinter sich hat, sondern auch erfrischend und frisch schmeckt.

Die Geschichte des Gins

Gin ist ein sehr alter Alkohol. Quellen belegen, dass Gin erstmalig Mitte des 17. Jahrhunderts aufgetreten ist, allerdings ist es auch gut möglich, dass ähnliche Alkoholmischungen, wie der Gin, bereits früher entdeckt und getrunken wurden. Schließlich gibt es weitaus mehr Kontinente und Kulturen, als Europa.

Damals gab es einen deutschen Arzt namens Franz de le Boe (geboren Fraciscus Sylvius). Dieser war die erste Person, die von dem Wacholderschnaps berichtete, welcher damals "Genever" genannt wurde. Dies hat den Hintergrund, dass de le Boe in Holland praktizierte, weshalb der Name holländisch für Wacholder steht.

In der damaligen Zeit waren Magen- und Nierenerkrankungen sehr weit verbreitet, sodass der Arzt versuchte, Wacholder als Arzneimittel gegen diese Erkrankungen einzusetzen. Er wollte das Wacholderdestillat weiter verarbeiten und dann erfolgreich gegen Koliken oder Nierensteine einsetzen. Vielen Patienten gefiel das Arzneimittel sehr, wahrscheinlich weil es alkoholisch war, sodass sich das Wacholder-Gewürzdestillat schnell verbreitete.

Ob dieses "Arzneimittel" nun wirklich Menschen heilen konnte, kann wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Es ist auch gut möglich, dass die Personen ihre Schmerzen einfach vergaßen, da sie betrunken waren. Allerdings geriet das "Wundermittel" dadurch schnell weit über die Stadtgrenzen heraus, sodass der Bedarf an Genever schnell wuchs. Bislang brannte der Arzt dieses Mittel selbst, was er schnell aber nicht mehr schaffte und dadurch Brennereien beauftragte.

Dies war der Beginn der Herstellung und Produktion von kommerziellen Genever, der nicht nur medizinisch eingesetzt wurde. Des Weiteren verbreitete sich Genever sehr schnell, was daran lag, dass die Holländer eine sehr starke Seemacht waren und auch viel Handel mit anderen Ländern betrieben. Nicht nur kontinental, sondern auch international oder über-kontinental wurde gehandelt, sodass der Genever in vielen Schichten seine Kreise zog.

Ein ausschlaggebender Punkt war der holländisch-spanische Krieg von 1568 bis 1648. Denn die Engländer unterstützen die Holländer im Krieg, sodass Genever auch auf die britische Insel gelang. Ferner lebten auch mehrere Holländer in England, sodass Genever hier auch keine Seltenheit war. Nun gab es aber einige Hindernisse, die den Gin zu einem häufig getrunkenen Alkohol machten.

Denn der damalige König verbot den Import von ausländischen alkoholischen Getränken, sodass in Holland fast nur noch Gin zu sehr geringen Preisen hergestellt wurde. Dies ging soweit, dass Gin tatsächlich das billigste Getränk war und vermehrt von den untersten Bevölkerungsschichten getrunken wurde.

Nach einiger Zeit und einem Machtwechsel war es nun jedem englischen Bürger erlaubt, selbst Gin zu brennen, sodass fast jeder vierte Haushalt Gin produzierte und jährlich mehrere Millionen Liter getrunken wurden. Fast jeder Bürger in England war durchgehend angetrunken, wenn nicht sogar gänzlich betrunken, sodass Trunkenheit zu einem ernsthaften Problem wurde. Durch die vermehrte und unprofessionelle Produktion kam es auch dazu, dass immer mehr Gin der minderen Qualität auf dem Markt kam. Dem wollte man mit einem Verbot und einer Sonderabgabe entgegensteuern.

Trotz des Verbots wurde vermehrt weiter gebrannt, indem man die Rezeptur ganz einfach leicht abänderte. So musste man nicht die auferlegten 50 Pounds zahlen und konnte problemlos weiterbrennen. Es gibt heuten noch eine Gin-Marke, die sich "Fifty Pounds Gin" nennt.

Zu dieser Zeit war die Rezeptur von Gin nämlich gesetzlich definiert worden, ändert man diese nun leicht, so kann man das alkoholische Getränk auch verkaufen und es schmeckt dem Gin sehr ähnlich. Man geht davon aus, dass im Jahre 1740 etwa ein halber Liter Gin pro Tag pro Kopf konsumiert wurde. Dazu zählen auch Kinder. Schnell merkte man, dass das Gesetz keinerlei Auswirkungen hatte, sodass man 1751 ein weiteres Gesetz bezüglich des Gins beschloss. Dieses besagte, dass die Lizenzen nun nicht mehr 50 Pounds kosteten, sondern deutlich günstiger waren und das die Hersteller nicht direkt an Endkonsumenten verkaufen durften.

Das war der Beginn des hochwertigen und edel destillierten Gins, den wir auch heutzutage noch trinken. Der Vorteil des Gins ist, dass es Geschmäcker von anderen Getränken hervorhebt und nicht überdeckt. So ist auch der Gin Tonic ein sehr leckeres und erfrischendes Getränk.

Es fing damals damit an, dass es vermehrt zu Missernten kam, wodurch die Gerste teurer wurde, sodass auch die Ginproduktion und letztlich der Gin an sich teurer wurde. Das führte 1757 zur sogenannten Gin Craze, wodurch der Gin endlich zu einem hochwertigen alkoholischen Getränk wurde und sich nicht mehr jeder dieses Getränk leisten konnte.

Langsam stieg die Qualität des Gins wieder an, sodass er sogar im Jahre 1791 in die Oberschicht gelangte und dort sehr gerne getrunken wurde. Es wurde immer weiter experimentiert, vor allem London war ein Schauplatz von Brennereien. Nichtsdestotrotz war Gin in England von 1840-1880 verboten.

Gintraditionen in Holland

Da der Gin aus Holland kommt, wie Sie es gerade gelernt haben, gibt es dort auch Traditionen von der Herstellung bis zum Trinkgenuss. Betritt man eine Bar in Holland und bestellt dort einen Gin, dann wird der Gin randvoll gefüllt. Denn Tradition ist es, den ersten Schluck runterzuschlürfen, ohne dabei die Hände zu benutzen.

In Belgien gibt es gar ein eigenes Museum zum Gin. Zur Historie und zur Herstellung bis zum Geschmack und den verschiedenen Sorten finden Sie im Genever-Museum Hasselt alles! Das Museum selbst stellt einen sehr genüsslichen Gin her.

Gin Tonic – ein wahrer Klassiker

Ein wahrer Klassiker ist der Gin Tonic, den die Engländer zur Zeit des British Empire in Indien erfunden haben. Ein Gin Tonic ist ein Longdrink und besteht, wie es der Name bereits vermuten lässt, aus Gin und aus Tonic Water. Tonic Water enthielt zu damaligen Zeiten Chinin, was vor Malaria schützen sollte, weshalb die Engländer dies oftmals getrunken haben.

Langweilig wäre nur, wenn man dies ohne Alkohol tränke, sodass sie den Gin einfach zum Indian Tonic Water geschüttet haben. Nicht nur der Alkohol spielte hier eine große Rolle, es war auch sehr ausschlaggebend, dass dadurch das sehr bitter schmeckende Tonic Water geschmacklich aufgewertet wurde.

Gin Tonic war damals nicht nur ein Partygetränk, sondern wurde auch von der Oberschicht geliebt. So war der Gin Tonic angeblich das Lieblingsgetränk der Queen Mum (Elizabeth Bowes-Lyon), die ganze 12 Jahre Königin war.

Zubereitung Gin Tonic

Gin Tonic ist ein sogenannter Highball. Was klassisch für solche Highballs ist, ist, dass sie aus genau einer Spirituose und einem kohlensäurehaltigen Getränk bestehen. Deswegen bereitet man dieses Getränk auch direkt im Glas zu, indem man die Zutaten über die Eiswürfel hinzufügt und dann umrührt, sodass sich die Zutaten auch verbreiten. Normalerweise wird es im Verhältnis 1:3 gemischt.

Normalerweise verfeinert man den Gin Tonic dann noch mit einer Zitronenscheibe, allerdings gibt es auch eine Ausnahme: den Hendricks Gin. Beim Hendricks Gin gibt man eine Gurkenscheibe anstatt einer Zitrone hinzu. Allerdings hängt dies auch immer sehr stark von der Gin-Kultur ab, denn ob Zitrone, Limette oder Gurke – letztlich ist auch der Geschmack des Gins entscheidend.

Für die eigentliche Zubereitung braucht man eigentlich nicht viel außer Eiswürfel, etwas Gin, Tonic Water von Schweppes und eine Limette oder Zitrone. Nun ist es aber auch sehr wichtig, dass man einen hochwertigen Gin auswählt, da dieser die Grundlage des Geschmacks sein wird. Doch qualitatives Tonic Water ist auch immens wichtig, denn letztlich werden wir mehr Tonic Water, als Gin, im Glas haben. Es sollte sich also wirklich um echtes Tonic Water handeln.

Des Weiteren sollte das Tonic Water schnell in den Kühlschrank gestellt werden, da man mit kaltem Tonic Water einfach einen viel besseren Geschmack kreieren kann. Nun brauchen wir nur noch eine frische Zitrone oder eine Limette ohne braune Flecken und ein gut aussehendes Glas.

Als Erstes drückt man nun die Limette/Zitrone etwas aus und füllt anschließend den Gin nach. Nun gibt man das Tonic Water und einige Eiswürfel hinzu und lässt die Zitrone oder Limette im Glas. Rühren Sie nun vorsichtig um und genießen Sie den einmaligen Geschmack des Gin Tonics.

Gin Tonic und Schwarzlicht – ein echter Hingucker

Schon mal einen Gin Tonic bei Schwarzlicht bestellt? Nein? Dann sollten Sie dies auf jeden Fall tun, denn es ist ein echter Hingucker. Tonic Water leuchtet unter Schwarzlicht hellblau auf Grund des enthaltenen Chinins, was fluoresziert unter UV-Strahlung. Tränkt man nun Eiswürfel in dieses Getränk ein, kann man auch leuchtende Eiswürfel herstellen.


Der Gin Tonic ist also nicht nur ein absolut schmackhaftes Getränk, sondern zudem auch noch ein wahrer Hingucker! Kein Wunder also, dass der Gin Tonic so sehr beliebt ist!


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